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WDR Jazzpreis 2026 an Hanno Busch

Wir gratulieren unserem Künstler Hanno Busch  zum diesjährigen WDR Jazzpreis 2026! Der Preis wird diesem Ausnahmegitarristen (JBBG Smål, Jan Delay u.v.a.) und Professor an der Kölner Musikhochschule am 27. März im Rahmen eines Preisträgerkonzertes im WDR live übergeben.

Hanno Busch im O-Ton: “Mein Interesse geht schlagartig runter, wenn die Balance zwischen Instrument und musikalischem Kontext zum Instrument kippt.” Was Gitarrist Hanno Busch als Leitsatz für seinen Hör-Geschmack formuliert, das könnte auch als Motto über seiner eigenen Musik stehen: Wichtig ist die Band, die Stimmung, das Feeling – nicht der Budenzauber.

Aber bei aller Bescheidenheit – wenn’s passt, kann Hanno Busch natürlich auch das aufregende Solo mit weitem Bogen. Und wie ausgecheckt er sein Instrument spielt, dafür steht nicht zuletzt seine Vergangenheit als Fernsehmusiker (u.a. bis 2017 bei der TV total-Band “heavytones”) oder Begleiter von Pop-Stars (Peter Licht, Max Mutzke, Jan Delay). Seit 2024 ist er auch Professor für Jazz-Gitarre in Köln.

Eine Karriere voller imposanter Fixpunkte. Im Zweifel allerdings hat sich Hanno Busch immer fürs künstlerische Wagnis entschieden. Er sagt es nicht so, aber könnte es: Wenn die Balance zwischen Sicherheit und Kreativität zur Sicherheit kippt, dann lieber weg, was Neues probieren! (Odilo Clausnitzer)

Ein packendes Hörerlebnis

„Fruits of Passion & Sorrow“ beeindruckt durch seine reiche Vielfalt und musikalische Tiefe. Jedes Stück lädt dazu ein, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, von treibenden Grooves bis zu ruhigen, poetischen Momenten. Dabei verbindet das Quintett Virtuosität mit einer warmen, einladenden Klangfarbe, die selbst anspruchsvolle Arrangements zugänglich macht.

Mit „Fruits of Passion & Sorrow“ beweist das JBBG Smål, wie viel Kraft und Emotion in zeitgenössischem Jazz stecken. Diese Musik ist nicht nur ein Genuss für eingefleischte Fans, sondern auch ein Erlebnis für alle, die sich auf eine Reise voller Klangfarben und Überraschungen einlassen möchten.”

Vielen Dank Michael Ternai für dieses Fazit der aktuellen Produktion von JBBG Smål! Hier geht’s zum gesamten Artikel.

Ein Genuss!

Danke, Thomas Kölsch für diese schöne Kritik von JBBG Smål’s “Fruits of Passion & Sorrow”:

Jazzthetik 03-04__25 (****)

Klein, aber oho: Als Bigband ist die JBBG Smål – eine Auskopplung der Jazz Bigband Graz – tatsächlich überschaubar, als Quintett aber sowohl klanglich als auch kompositorisch ohne Zweifel ganz groß. Schon mit ihrem Debüt-Album Gran Riserva hat die Formation um den Saxofonisten Heinrich von Kalnein und den Trompeter und JBBG-Leiter Horst- Michael Schaffer für Aufsehen gesorgt, jetzt legt sie mit Fruits of Passion & Sorrow die Messlatte noch ein bisschen höher. Fragile Klangwelten („My Little Darling“) treffen auf herrlich groovende, volltönende Nummern („I’ll Do Mine“), schamanistisch-hypnotische Trommeln und Gesänge („Ulikhanyan“), auf Sommer-Rhythmen („Maxi“); erstere mit und letztere ohne die Beteiligung von Gast-Perkussionist Arto Tunçboyacıyan, der dem JBBG- Spiel zusätzlichen Schwung verleiht. Dafür greift Gitarrist Hanno Busch bei „Maxi“ in die Saiten, der mit seiner Vielseitigkeit unter anderem bei „Ibiza Sunsets“ für Entspannung sorgt. Die Stücke sind in sich stimmig, der Dialog zwischen Schaffer und von Kalnein ist immer wieder ein Genuss, die Rhythmusgruppe exzellent, die Titelfolge abwechslungsreich und zugleich aus einem Guss. Ein vorsorglicher Hinweis: Von den (durchaus spannenden) Effektspielereien der ersten zweieinhalb Minuten sollte man sich nicht irritieren lassen, sondern sie als Einstieg ins lohnende Entdecken nehmen.

Höchst abwechslungsreich und dennoch aus einem Guss!

Vielen Dank, Dietmar Hoscher und CONCERTO Magazin für die 5* Rezension des Albums “Fruits of Passion & Sorrow” (NAT 47627)!

Das seit ca. 5 Jahren von Heinrich von Kalnein und Horst-Michael Schaffer geleitete Quintett Jazz Big Band Graz Smål, kurz „JBBG Smål’, legt mit “Fruits of Passion & Sorrow” sein drittes, exzellentes Album vor. Beginnend mit den mystischen Tönen des armenischen Perkussionisten Arto Tuncboyaciyan, der etwa auch mit Joe Zawinul oder Mike Stern arbeitete, unterlegt vom Klavier Karen Asatrians – ebenso armenisch beeinflusst – schwingt sich der Opener „Turquoise” zu einem perkussiv, groovelastigen Fusionfurioso, das neben Schaffer an Trompete und Kalnein am Saxophon auch von Hanno Buschs Strom-Gitarre vorangetrieben wird, aufbauend auf der jungen Rhythmsection von Tom Stabler am Schlagzeug und Thomas Wilding am elektrischen Bass. Die Exkursionen der Solisten fliessen organisch ineinander, Spielfreude paart sich mit musikalischem Einverständnis. „Die Früchte im Titel beziehen sich natürlich auf die ‚Nationalfrucht’ der Armenier, den Granataptel … stehen aber auch für die Musik, die wir hier erschufen und Musik reflektiert und Musik reflektiert ja das Leben in all seinen Facetten”, erklärt Kalnein im Pressetext. In der Tat gestaltet sich die Platte, deren Kompositionen von Asatrian, Busch, Kalnein, Tuncboyaciyan und Schaffer stammen, höchst abwechslungsreich und dennoch aus einem Guss. So finden sich auch langsame, entspannte, fast melancholische Momente, wie etwa auf „Goodbye To A Friend”, sphärische World-music wiederum auf „Ulikhanyan”. Glasklar und stimmungsgeladen produziert wurden die sechs Tracks von Kalnein selbst. Das Vinyl ist in weiss gehalten, sehr laufruhig und steckt in einer schwarzen, gefütterten Innenhülle.

DiHo